Co-Creation und partizipative Methoden teilen und weiterentwickeln
Evaluation vor, nach und während des Projekts
In partizipativen Forschungsprojekten ist es entscheidend, den eigenen Fortschritt und den der Mitforschenden sowie die gewonnenen Erkenntnisse fortlaufend zu reflektieren. Die Zusammenarbeit mit jungen Menschen und Vertreter*innen aus der Stadtverwaltung als Mitforschende bedeutet, dass sich nicht mit Sicherheit vorhersagen oder kontrollieren lässt, welche Entscheidungen die Gruppe treffen wird und wie das Forschungsprojekt am Ende aussieht. Da iterativ gearbeitet wird, sollte das Team darauf vorbereitet sein, die eigene Praxis im Laufe des Projekts anzupassen und weiterzuentwickeln.
Das erfordert eine regelmäßige Auswertung nach jedem Workshop, um unmittelbares Feedback von den Mitforschenden einzuholen und Bereiche zu identifizieren, in denen die Arbeitsweise im Projekt angepasst werden kann. Unmittelbares Feedback lässt sich beispielsweise über einen kurzen Online- oder Papierfragebogen einholen oder indem am Ende Zeit für eine Feedbackrunde eingeplant wird.
Ebenso wichtig ist es zu verstehen, was Mitforschende im Laufe des Projekts lernen und wie sich ihre Fähigkeiten entwickeln. Mithilfe von Fragebögen vor und nach den Workshops lassen sich zum Beispiel Daten zu ihrem Verständnis des Forschungsprozesses, ihren Fähigkeiten und ihrer wissenschaftlichen Kompetenz, ihrem Wissen über Stadtverwaltung und Beteiligungsmöglichkeiten oder ihrem Vertrauen in Institutionen erheben. Neben dem konkreten Wandel und den Ergebnissen, die ein „Co-Creating Our City“ -Projekt erzielt, können Evaluationsdaten vor und nach dem Projekt auch dabei helfen, die Wirkung der Projektteilnahme auf die Mitforschenden und ihre Communities zu belegen und so die Fortführung des Projekts zu begründen oder weitere Fördermittel zu gewinnen.
Zur Unterstützung finden sich Vorlagen für Evaluationen und Fragebögen in unserer Materialsammlung.
Die eigene Praxis weiterentwickeln
Um die eigene Herangehensweise an Co-Creation und partizipative Forschung zu reflektieren und weiterzuentwickeln, bietet es sich an, das eigene Projekt und die Ergebnisse auf Konferenzen vorzustellen und mit anderen aus dem Feld zu diskutieren.
Der Austausch mit Communities wie der European Citizen Science Association (ECSA), mit:forschen! oder der GTPF e.V. und die Vorstellung des eigenen Projekts samt Ergebnissen können dazu beitragen, die Sichtbarkeit des Projekts zu erhöhen, und wertvolle Gelegenheiten zur Reflexion sowie kritisches Feedback von anderen Praktizierenden bieten. Zudem können sich daraus Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Projekten sowie neue Fördermöglichkeiten ergeben.
Solche Interaktionen tragen außerdem dazu bei, dass die eigene Praxis relevant bleibt, und bieten die Chance, sich anhand von Erkenntnissen aus der breiteren Fach- und Forschungsgemeinschaft zu verbessern. Die oben genannten Organisationen veranstalten mindestens alle zwei Jahre Konferenzen, um Wissen zu verschiedenen Themen der partizipativen Forschung auszutauschen.