Motivation, Inklusion und Barrierefreiheit
Die (jungen) Teilnehmenden nehmen freiwillig an dem Projekt teil und investieren ihre Freizeit, um als Mitforschende mitzuwirken. Daher ist es wichtig sicherzustellen, dass sie das Projekt als bereichernd wahrnehmen, ihre Zeit wertgeschätzt wird und eine Atmosphäre geschaffen wird, in der sie sich wohlfühlen und einbringen können. Projektteams sollten darauf achten, eine Umgebung zu schaffen, in der sich junge Teilnehmende genauso frei wie die Erwachsenen fühlen, ihre Meinung zu äußern und sich umfassend zu beteiligen. Wenn junge Menschen und Entscheidungsträger*innen zusammengebracht werden, ist es außerdem entscheidend, Unterschiede in Wissen, Erfahrung und Macht anzuerkennen und ihnen entgegenzuwirken.
„Co-Creating Our City“-Projekte konzentrieren sich ausdrücklich auf die Beteiligung unterrepräsentierter Gruppen. Das bedeutet, dass Workshop-Moderator*innen darüber nachdenken und sich darum bemühen müssen, Teilnehmende mit unterschiedlichen Hintergründen willkommen zu heißen und einzubeziehen. Zudem müssen die Teams besonders darauf achten, mögliche bewusste oder unbewusste Vorurteile oder Diskriminierung zu vermeiden.
Um einen inklusiven, zugänglichen und diskriminierungsfreien Raum für das Projekt zu schaffen, sollte Folgendes berücksichtigt werden:
Sicherer Raum: Die Zusammenarbeit und alle Interaktionen innerhalb des Projekts, einschließlich Meetings, Workshops und Diskussionen in Präsenz oder online, sollten ausdrücklich als sicherer Raum gestaltet werden. Die Moderator*innen der Workshops sollten bei einem ersten Auftakttreffen mit den jungen und erwachsenen Teilnehmenden sowie zu Beginn jedes Workshops einen Rahmen für den Austausch über Anliegen und Bedürfnisse sowie darauf abgestimmte Regeln festlegen und wiederholen. Der Rahmen und die Regeln sollten gemeinsam mit der Gruppe erarbeitet werden. Es ist wichtig, dass sich alle Teilnehmenden dazu verpflichten, einander mit Respekt zu begegnen. Regelmäßige Check-ins und Reflexionen tragen dazu bei, das Bewusstsein für Vielfalt zu stärken und eine positive Atmosphäre für alle zu schaffen.
Fähigkeiten und Erfahrungen: Die Formate und Inhalte der Workshops sollten auf die Fähigkeiten und Stärken der Teilnehmenden abgestimmt und an unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen angepasst werden. Es sollte in Betracht gezogen werden, die Workshopplanung flexibel zu gestalten, beispielsweise durch eingeplante Pufferzeiten für spontane Fragen oder Diskussionen. Zudem sollten angemessene Anpassungen an der Tagesordnung, den Aufgaben oder der räumlichen Umgebung ermöglicht werden, damit Mitforschende mit besonderen Bedürfnissen an allen Aktivitäten teilnehmen können.
Barrierefreiheit und Inklusion: Die Schaffung barrierefreier und inklusiver Räume bedeutet, Barrieren abzubauen (z. B. durch Rampen, Aufzüge und taktile Leitsysteme) und für unterschiedliche Formen der Kommunikation offen zu sein (z. B. Gebärdensprache oder vereinfachte Sprache). Der Veranstaltungsort muss für alle Teilnehmenden erreichbar sein. Den Teilnehmenden sollten keine zusätzlichen Kosten entstehen. Dementsprechend sollte das Projektbudget Mittel für die An- und Abreise sowie für Verpflegung während der Workshops vorsehen. Bei der Planung der Verpflegung müssen Ernährungsbedürfnisse und Allergien berücksichtigt werden. Den Teilnehmenden könnte im Vorfeld die Möglichkeit gegeben werden, über eine Auswahl an Gerichten abzustimmen.
Ein einführendes Gespräch mit den Teilnehmenden oder alternativ das Anmeldeformular kann genutzt werden, um ihre spezifischen Bedürfnisse und ihren Unterstützungsbedarf zu ermitteln. Falls erforderlich, sollte geprüft werden, ob Workshops in verschiedenen Sprachen durchgeführt und entsprechende Dienstleistungen und Materialien in unterschiedlichen Sprachen bereitgestellt werden können.