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Von der Theorie zur Praxis: Die Zusammenarbeit mit Mitforschenden ​

Um die fünf Schritte partizipativer Forschung aufzusetzen und durchzuführen, müssen Forschende und Mitforschende wirksame Arbeitsweisen und eine tragfähige Grundlage für die Zusammenarbeit schaffen. Sie müssen zusammenarbeiten:

  • zu bestimmten Zeitpunkten, etwa bei der Festlegung der Forschungsfrage und der Forschungsziele,
  • und über längere Zeiträume hinweg, etwa bei der Erhebung und Auswertung von Daten.

Workshops als Raum für die Zusammenarbeit mit Mitforschenden ​

Um zu bestimmten Zeitpunkten Raum für Zusammenarbeit zu schaffen, kann es sinnvoll sein, eine Reihe von Workshops zu organisieren, in denen sowohl junge Menschen als auch städtische Entscheidungsträger*innen zusammenkommen, um Ideen auszutauschen, Vertrauen aufzubauen und das Forschungsprojekt aktiv gemeinsam zu gestalten und umzusetzen.

Workshops bieten einen strukturierten und zugleich flexiblen Rahmen, in dem Forschende und Mitforschende gemeinsam arbeiten, lernen, Wissen teilen, Erwartungen abgleichen und Herausforderungen gemeinsam angehen können. Idealerweise vor Ort und mit persönlicher Interaktion fördern Workshops gegenseitiges Verständnis und befähigen Mitforschende, bedeutsame Rollen im Forschungsprozess zu übernehmen und zu engagierten Citizen Scientists zu werden, während Forschende wertvolle Einblicke aus den gelebten Erfahrungen und dem Kontextwissen der Teilnehmenden gewinnen.

Workshops können genutzt werden, um die fünf Schritte des Citizen-Science-Modells einzeln durchzugehen, oder sie können zwei oder mehr Schritte zu längeren Einheiten zusammenfassen, etwa einem ganzen Tag oder einem Wochenende. Das sollte je nach Bedürfnissen und Verfügbarkeit der Mitforschenden entschieden werden.

Eine mögliche Option besteht darin, über die Projektlaufzeit hinweg fünf halbtägige Präsenzworkshops durchzuführen, ergänzt durch Online-Termine dazwischen, um Workshops vorzubereiten, Ideen einzubringen und Aufgaben der Datenerhebung zu begleiten:

  • Workshop 1 – Die Grundlage schaffen: Die Projektziele vorstellen, die Forschungsfragen gemeinsam festlegen und die Rollen der Mitforschenden besprechen. Vertrauen zwischen den Teilnehmenden aufbauen und Erwartungen sowie Arbeitsweisen klären.
  • Workshop 2 – Die Forschungsmethoden planen: Gemeinsam über Methoden, Werkzeuge und Zuständigkeiten der Datenerhebung entscheiden. Erste Schulungen für Mitforschende anbieten, um Forschungskompetenzen aufzubauen und sie zu Citizen Scientists zu machen.
  • Workshop 3 – Die Datenerhebung vorbereiten: Materialien und Protokolle für die Datenerhebung auf Grundlage von Pilotdurchläufen und Rückmeldungen der Teilnehmenden feinjustieren. Logistische oder technische Fragen klären.
  • Workshop 4 – Datenauswertung und Interpretation: Eine gemeinsame Datenauswertung ermöglichen, bei der Citizen Scientists und Forschende die Daten gemeinsam durchgehen und interpretieren, Perspektiven austauschen sowie Ergebnisse triangulieren und validieren.
  • Workshop 5 – Verbreitung und Wirkung erzielen: Gemeinsam Strategien zur Verbreitung entwickeln, die auf die Zielgruppen zugeschnitten sind, und besprechen, wie die Zusammenarbeit über das Projekt hinaus fortgeführt und Wirkung erzielt werden kann, etwa durch mögliche weitere Forschung oder gemeinschaftliches Handeln.

Online-Zusammenarbeit mit Mitforschenden zwischen den Workshops ​

Um zwischen den Workshops und über längere Zeiträume hinweg Engagement und Kontinuität zu erhalten, können die Präsenzworkshops durch Formen der Online-Zusammenarbeit ergänzt werden, entweder synchron, etwa durch Online-Sitzungen, oder asynchron, über digitale Kollaborationstools. Digitale Plattformen wie Projektmanagement-Tools oder Nachrichtenboards ermöglichen es der Gruppe, in Verbindung zu bleiben, Neuigkeiten zu teilen, laufende Aufgaben zu besprechen und sich auf die nächsten Präsenztreffen vorzubereiten. So verbinden sich die Vorteile persönlicher Interaktion mit der Praktikabilität der Online-Zusammenarbeit.

Die Kombination aus Workshops und fortlaufender digitaler Zusammenarbeit ermöglicht es der Gruppe, jeden Schritt gemeinsam und mit geteilter Verantwortung zu durchlaufen. So entstehen Transparenz, Inklusion und der Antrieb, echte Veränderung zu erreichen. Zudem entsteht eine lebendige Praxisgemeinschaft, die die Partnerschaft zwischen Forschenden und den jeweiligen Communities stärkt und dadurch sowohl die Qualität der Forschungsergebnisse als auch deren Wirkung steigert.

Materialien und Ressourcen: Links zu Materialien, Ressourcen und Online-Tools

Sammlung von Materialien und Ressourcen

Du kannst auf die Folien aus dem Pilotprojekt zugreifen, die dir Ideen liefern und als Grundlage für deine Workshops dienen können. Zu beachten ist, dass Anpassungen an das jeweilige Projekt nötig sein werden. Die Folien bieten lediglich eine erste Orientierung sowie Denkanstöße für die Gestaltung der Workshops.

Ein Musterplan für einen Workshop zur Entwicklung der Forschungsfrage hilft dir bei der Gestaltung deiner eigenen Workshops.

Empfehlungen zu Online-Tools

Für die fortlaufende Zusammenarbeit folgen hier einige Empfehlungen zu Online-Tools, die verdeutlichen, welche Tools sich für welche Aufgaben eignen (etwa Kommunikation, Datenmanagement und Zusammenarbeit):

Slack - Slack ist eine Team-Kommunikationsplattform, die Echtzeit-Nachrichten, Dateien teilen sowie Audio- und Videoanrufe unterstützt, organisiert in Kanälen. Die intuitive Oberfläche und Integrationen mit Tools wie Google Drive und Trello erleichtern die Teamkoordination und steigern die Produktivität.

Discord - Ursprünglich für die Gaming-Community entwickelt, hat sich Discord bei jungen Menschen wegen seiner Sprach-, Video- und Textchat-Funktionen etabliert. Nutzende können Server mit mehreren Kanälen erstellen, was die Plattform sowohl für lockeren Austausch als auch für Projektzusammenarbeit in einem sicheren, gemeinschaftsorientierten Umfeld geeignet macht.

Google Workspace (Docs, Sheets, Slides) - Google Workspace bietet kostenlose, cloudbasierte Anwendungen für die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten, Tabellen und Präsentationen in Echtzeit. Der einfache Zugang und das automatische Speichern ermöglichen reibungslose Teamarbeit und effizientes Teilen ohne Versionskonflikte.

Trello - Trello nutzt ein visuelles Kanban-Board-System, mit dem Einzelpersonen und Teams Aufgaben über Karten und Listen organisieren können. Es eignet sich gut für die Verwaltung von Projekten mit Fristen und Prioritäten und bietet eine einfache Möglichkeit, den Fortschritt zu verfolgen und Zuständigkeiten zu verteilen.

Miro - Miro ist eine Online-Whiteboard-Plattform, die gemeinsames Brainstorming, Planung und Visualisierung unterstützt. Interaktive Funktionen wie Haftnotizen, Zeichenwerkzeuge und Vorlagen erleichtern dynamische Gruppensitzungen und kreatives Workflow-Management.

Diese Tools sind beliebt, weil sie benutzerfreundliche Oberflächen mit leistungsstarken Funktionen verbinden, die Kommunikation, Organisation und Zusammenarbeit fördern, häufig mit großzügigen kostenlosen Versionen, die sich für junge Nutzende und kleine Teams eignen.