Unterstützung gewinnen und Fürsprecher*innen auf städtischer und lokaler Ebene finden
Die Unterstützung wichtiger Interessengruppen zu gewinnen, darunter Fürsprecher*innen innerhalb der Stadtverwaltung, lokale Partner*innen und Organisationen der Jugendarbeit, ist entscheidend für den Erfolg eines Projekts. Die frühzeitige Einbindung dieser Akteur*innen und Partner*innen schafft ein Gefühl der gemeinsamen Verantwortung und erhöht ihre Bereitschaft, das Projekt während seiner gesamten Laufzeit zu unterstützen sowie die Ergebnisse aufzugreifen und entsprechende Maßnahmen daraus abzuleiten. Fürsprecher*innen und lokale Partner*innen können außerdem den Zugang zu Ressourcen, bereits vorhandenen Daten und relevanten Netzwerken erleichtern, die für die Gewinnung von Mitforschenden und Forschungsteilnehmenden benötigt werden. Darüber hinaus können sie dazu beitragen, die Ergebnisse des Projekts in die Praxis umzusetzen.
Eine Möglichkeit, diese Unterstützung zu gewinnen, besteht darin, von Beginn an Beziehungen zu wichtigen Akteur*innen auf städtischer Ebene aufzubauen. Dazu gehört zum Beispiel, bereits in frühen Besprechungen Erwartungen abzustimmen. Gemeinsam lässt sich dann herausarbeiten, welche Probleme besonders angegangen werden sollen und welche städtischen Ressourcen wie Budget, Personal und Zeit zur Verfügung stehen, um von jungen Menschen entwickelte Lösungen umzusetzen oder zu erproben.
Du kannst die Erwartungen der Beteiligten von Anfang an aufeinander abstimmen, indem du:
- Eine Theorie der Veränderung für dein „Co-Creating Our City“ -Projekt formulierst und vermittelst
- Projekt-Auftaktsitzungen ansetzt, um Ziele und Annahmen abzustimmen
- Bedenken anhörst und darauf eingehst
- Wichtige Termine und Erwartungen an den Ablauf vereinbarst
- Darlegst, wo Flexibilität besteht, und Notfallpläne skizzierst
Fürsprecher*innen auf städtischer Ebene
Eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg von „Co-Creating Our City"-Projekten ist, dass Vertreter*innen der Stadtverwaltung bereit sind, einen offenen Dialog mit jungen Menschen zu führen und Änderungen in der Stadtpolitik vorzunehmen. Für eine nachhaltige Wirkung braucht dein Projekt deshalb das Engagement und die Ressourcen dieser Vertreter*innen. Dabei geht es nicht nur ums Zuhören, sondern auch darum, auf die Erkenntnisse einzugehen und einige der vorgeschlagenen Lösungen am Ende des Projekts tatsächlich zu erproben.
Eine frühzeitige Einbindung trägt dazu bei, einen klaren Weg zu schaffen, um Forschungsergebnisse nach Projektende zügig in politische oder programmatische Veränderungen umzusetzen. Einfach ausgedrückt: Wenn sich Entscheidungsträger*innen in den Prozess einbezogen fühlen, ist es weniger wahrscheinlich, dass sie Erkenntnisse ablehnen oder ignorieren, die bestehende Richtlinien in Frage stellen. Fürsprecher*innen innerhalb der Stadtverwaltung und eine klare, überzeugte Unterstützung des Projekts können außerdem dazu beitragen, die Forschungsziele an den Prioritäten der Stadt auszurichten und das Wirkungspotenzial des Projekts zu erhöhen.
Zu den potenziellen Teilnehmer*innengruppen gehören die Geschäftsstelle der Stadtverwaltung oder das Bürgermeister*innen-Büro, Entscheidungstragende, die sich bereits mit der Einbindung von jungen Menschen befassen, sowie Mitarbeitende aus verschiedenen Ämtern und Behörden, für die sich junge Menschen interessieren könnten oder die die Meinungen junger Menschen hören möchten. Beispiele hierfür sind die Verantwortlichen für die Bereiche Wohnungswesen, Stadtplanung, Verkehr, Technologie, Innovation und Wirtschaftsförderung.
Mehrere Mitarbeitende aus einem Fachbereich können sich an dem Projekt beteiligen. So war es beispielsweise in Charlotte bei den Fachbereichen für Wohnungs- und Nachbarschaftsentwicklung sowie Stadtplanung der Fall. Dadurch können die Aufgaben rund um die Teilnahme an Workshops und die Einbindung in das Projekt auf mehrere Personen verteilt werden.
Führe frühzeitig ausführliche Gespräche mit Vertreter*innen der Stadtverwaltung. So lässt sich von Anfang an deutlich machen, wie wertvoll der direkte Austausch mit jungen Menschen über ihre Anliegen in der lokalen Politik ist. Solche Gespräche eignen sich außerdem gut, um Erwartungen an die Beteiligung und die jeweiligen Rollen im Projekt zu klären. Dabei hilft es, das Projekt als überschaubaren Mehraufwand neben den eigentlichen Workshops darzustellen, aber gleichzeitig auch als Chance für die Stadtverwaltung, aus erster Hand zu erfahren, was junge Menschen von ihr erwarten und wie sie sich einbringen möchten. In Charlotte zeigte sich beispielsweise, dass einige Vertreter*innen der Stadtverwaltung die Möglichkeit zum direkten Austausch mit jungen Menschen besonders schätzten, da sich solche Gelegenheiten in ihrem Arbeitsalltag nur selten ergeben.
Argumente, um die Unterstützung von Fürsprecher*innen auf städtischer Ebene zu gewinnen
Möchtest du dein eigenes „Co-Creating Our City“-Projekt ins Leben rufen, bist dir aber nicht sicher, wie du Fürsprecher*innen auf städtischer Ebene für dich gewinnen kannst? Hier findest du eine Liste mit Argumenten, die du nutzen kannst.
Ein Projekt im Rahmen von „Co-Creating Our City“…
- ... greift eine bestehende Herausforderung auf, mit der wir konfrontiert sind (z. B. fehlende Beteiligung junger Menschen, mangelndes Vertrauen in Institutionen oder geringes bürgerschaftliches Engagement), und entwickelt dafür innovative, partizipative Lösungsansätze.
- ... schafft eine langfristige Kultur des bürgerschaftlichen Engagements und der generationenübergreifenden Zusammenarbeit, indem es die Beziehung zwischen jungen Einwohner*innen und städtischen Institutionen stärkt.
- ... liefert konkrete, umsetzbare Erkenntnisse, die auf Fakten und gelebten Erfahrungen basieren und zu Maßnahmen und Interventionen führen, die besser umsetzbar sind und mehr Unterstützung finden, da sie gemeinsam von jungen Menschen und lokalen Entscheidungstragenden entwickelt werden.
- … stärkt die Legitimität und Reaktionsfähigkeit politischer Maßnahmen, da diese unterschiedliche Bedürfnisse und Lebensrealitäten berücksichtigen.
- … zeigt ein sichtbares Engagement dafür, junge Einwohner*innen aktiv an der Gestaltung ihrer Community zu beteiligen, und stärkt damit die Position der Stadt als Vorreiterin einer partizipativen Kommunalpolitik.
- … geht über eine rein symbolische Beteiligung hinaus: Junge Menschen werden als Partner*innen einbezogen und nicht lediglich als Forschungsobjekte oder passive Adressat*innen politischer Maßnahmen betrachtet.
Kurzfassung (für kurze Besprechungen)
„Bei diesem Projekt geht es nicht nur um die Einbindung junger Menschen. Es geht darum, die Art und Weise, wie wir unsere Stadt gestalten, zu verändern. Indem wir gemeinsam mit jungen Menschen und städtischen Entscheidungsträger*innen gemeinsam Lösungen erarbeiten, können wir intelligentere, inklusivere und nachhaltigere Strategien entwickeln, die den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen. Es ist eine risikoarme, aber wirkungsvolle Investition in die Zukunft unserer Stadt – sowohl in sozialer als auch in politischer Hinsicht.“
Lokale Partner*innen und Jugendorganisationen
Lokale Partner*innen und Jugendorganisationen spielen eine entscheidende Rolle dabei, das Projekt mit der Community zu vernetzen und weitere (nicht städtische) Akteur*innen einzubeziehen, denen die Stimme junger Menschen und ihre Beteiligung wichtig sind. Sie können dabei helfen, Teilnehmende zu gewinnen, junge Menschen in die verschiedenen Beteiligungsmöglichkeiten deines „Co-creating our City“-Projekts einzubeziehen und die Ergebnisse des Projekts anschließend wieder an junge Menschen in der Community weiterzugeben.
Je nach lokalem Kontext können lokalen Partner*innen eine Vielzahl von gemeindebasierten Gruppen umfassen, die mit jungen Menschen arbeiten und sie einbeziehen. Dazu gehören beispielsweise:
- Sport- oder Kulturvereine
- Nachbarschaftsinitiativen
- Umwelt- und Naturschutzverbände
- Selbsthilfe- und Unterstützungsorganisationen für Migrant*innen und Geflüchtete
- Jugendorganisationen von Hilfsorganisationen
- humanitäre Organisationen und Menschenrechtsorganisationen
- Bibliotheken
- religiöse Gruppen
- Pfadfinder*innenorganisationen
Auch zivilgesellschaftliche Einrichtungen, die mit jungen Menschen oder bestimmten Gruppen junger Menschen arbeiten oder sich für deren Interessen einsetzen, können wichtige Partner*innen sein. Dazu gehören beispielsweise:
- Jugendzentren
- Jugend- oder Schülerräte
- Jugendämter
- Jungen- und Mädchenclubs
- Jugendbeiräte von Schulbezirken
- außerschulische Bildungs- und Betreuungsangebote
- weitere schulische Initiativen
Lokale Partner*innen und Jugendorganisationen verfügen häufig über etablierte Vertrauensbeziehungen zu jungen Menschen und Communities, die in kommunalen Entscheidungsprozessen möglicherweise unterrepräsentiert sind. Das macht sie zu unverzichtbaren Vermittler*innen und Fürsprecher*innen während des gesamten Mitgestaltungsprozesses.
Sie können dabei helfen, junge Teilnehmende zu gewinnen, beispielsweise indem sie junge Menschen für das Team der Mitforschenden vorschlagen oder Informationen zum Projekt verbreiten und zur Teilnahme ermutigen. Außerdem sind sie wichtige Partner*innen bei der Verbreitung der Ergebnisse des Projekts in der breiteren Community junger Menschen und Einwohner*innen der Stadt. Wenn sie frühzeitig in das Projekt einbezogen werden, kannst du ihre Unterstützung gewinnen und ihre Prioritäten und Ideen kennenlernen.